• Startseite
  • Über mich
  • Themen
    • DIY
    • Kids
    • Blumen
    • Deko
    • Musik
    • Bücher
  • Kontakt

Jules kleine Freuden

2. Juni 2026

Kein heimeliger, leichter Sommerroman: “Hofsommer” von Hanna Heim

Hofsommer Hanna Heim Buch

(enthält Werbung) Wow gerade habe ich den Debütroman “Hofsommer” von Hanna Heim zu Ende gelesen. Zuerst dachte ich an einen leichten Dorfroman, wurde aber schnell eines besseren belehrt. Warum sich dieser Roman dennoch sehr lohnt gelesen zu werden, erzähle ich dir heute:

Darum geht`s tatsächlich in “Hofsommer”

“Wer Leben will, muss auch die Konsequenzen tragen. In der Familie Mantel ist dieser Spruch sehr bekannt. Schon seit Enkelin Doreen denken kann, ist Fallera für sie ein Sehnsuchtsort. Auf dem Pferdehof im Osten der Republik ist sie aufgewachsen, bei ihrer Mutter und den Großeltern, die den Hof in der DDR aufgebaut haben. Ausgerechnet als Doreen sich in München ein eigenes Zuhause aufbauen will, fassen ihre Großeltern einen Entschluss: Sie möchten sterben, freiwillig und gemeinsam, bevor die letzte Meile anbricht. Als Doreen davon erfährt, packt sie ihre Sachen und lässt das Großstadtleben hinter sich, fest entschlossen, das Vorhaben ihrer Großeltern zu verhindern und ihnen das Leben wieder schmackhaft zu machen. Doch Maria und Helmut sind genauso dickköpfig wie ihre Enkelin – und Doreen wird langsam klar, dass nach Hause kommen auch bedeuten kann, Abschied zu nehmen.” (Quelle)

So beschriebt die Autorin Hanna Heim ihren ersten autobiografischen Roman selbst im Klappentext. Eigentlich ist Hanna Heim Wirtschaftsjournalistin, arbeitet für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk und hatte ihr Leben lang eine intensive Beziehung zu ihren Großeltern. In ihrem gerade im Heyne Verlag erschienen Buch “Hofsommer” beschreibt sie in Romanform das Leben eines Großelternpaars aus ihrer Sicht, der Sicht der Enkelin, die im Buch Doreen heißt – und ganz offenbar große Ähnlichkeit hat mit der Autorin und ihrer Geschichte. Hier findest du einen kleinen feinen Beitrag in der BR Mediathek zu Hanna Heim und ihrer Geschichte.

Hofsommer

 

Es ist also keine leichte Sommerlektüre oder Dorfroman, wie ich zuerst bei Titel und Cover gedacht habe. Viel mehr geht es vordergründig um das Thema des assistierten Suizids, aber auch um Erinnerungen, Heimat und Familienbande, die multiperspektivisch erzählt werden. Hauptfigur ist dabei die Enkelin Doreen, aber auch ihre inzwischen lesbische Mutter Sandra und ihr Opa Helmut Mantel denken über die große Lebensfrage nach:
Wie gehen wir damit um, wenn geliebte Menschen das Ende ihres Lebens selbst bestimmen möchten?

Die Sprachbilder und der atmosphärische, teils poetische Sprachstil von Hanna Heim haben mich sofort in den Bann der Geschichte gezogen. So erzählt sie direkt im ersten Kapitel aus Opa Helmuts Erinnerungen eines böhmischen Flüchtlings:
“… Helmut und Maria Mantel taten das Ihre dazu und liehen im Rahmen ihrer bescheidenen Möglichkeiten hier draußen auf Fallera den Kaputten die Pferde. Damit sie nicht mehr ganz so kaputt sein mussten. Als irgendwann noch Sandra, das Kind, unerwartet dazwischen kam, war das nur eine von vielen Herausforderungen, die sie gemeinsam stemmten. Und es war praktisch. Denn der Traum durfte weitergehen…”

Außergewöhnliche schöne Sprachbilder und Erzählperspektiven

Die Autorin erzählt auf nur 288 Seiten so zauberhaft das Seelenleben der Familienmitglieder und Doreens Willen, oder sogar Kamp, die Großeltern doch noch unbedingt von den Schönheiten des Lebens zu überzeugen.

Hofsommer Hanna Heim

Nicht nur diese, sondern noch viele weitere schöne Textstellen habe ich mir markiert. Die einzelnen Kapitel haben immer ein Schlagwort als Kapitelüberschrift und werden dann aus unterschiedlichen Perspektiven der Protagonisten beleuchtet. Gleich zu Beginn erzählt Enkelin Doreen: “Es wird ernst. Wie oft ich diesen Satz schon gehört habe. Die Wahrheit bis hierher ist eine andere: Ja, Menschen werden alt und müssen sterben. Aber nicht meine Oma. Viele Tausend Mal schon hat sie weitergelebt. Diese Frau, so stark, so klug, die ist unsterblich. Denn meine Oma ist eine Heilige. Eine Unerreichbare. Unübertroffen in ihrer Schönheit und Güte. Schon immer. Und immer, wenn ich diesen Satz höre, es wird ernst, ohne dass sein Kern sich in greifbare, eiskalte Realität verwandelt, denke ich: Ich sehe doch, dass das nicht stimmt. Mag sein, dass alle Menschen sterben müssen. Nur halt nicht meine Oma. Und dann wende ich mich wieder ab, gehe zurück in mein Sahnetortenleben. Mein Schichtsahnetortenleben. Denn wozu ist diese ganze Zeit auf dieser schönen Erde da, wenn nicht, um sie nach allen Regeln der Kunst vollzustopfen?”

Hanna Heim erzählt so ruhig, so emphatisch und sehr berührend über ein Thema, das in unsere Gesellschaft viel zu wenig zur Sprache gebracht wird und doch so wichtig ist. Und ihre eigene Geschichte… Ob und wie ihre Großeltern ihren gewünschten Suizid mit oder ohne die Hilfe ihrer Familie durchführen und wie es in Fallera weitergeht? Solltest du unbedingt lesen!

Nicht zuletzt dank dieser tollen Sprache eine absolute Leseempfehlung:
„Was ich nicht tun werde: achselzuckend daneben stehen und warten, bis es vorbei ist. Das kommt nicht infrage. Weil es noch nie infrage gekommen ist. Weil man für die richtigen Dinge kämpfen muss. Weil es sich immer lohnt zu kämpfen. Das habe ich von ihnen gelernt.“

Ich hoffe ich habe dein Interesse geweckt?!

Viele “hofsommerliche” Dienstagsgrüße
Deine Jules

Schau doch mal in deinem lokalen Buchhandel vorbei oder solltest Du über die obigen Amazon Affiliate Links bestellen, freue ich mich sehr. Deine Bestellung dort kostet dich keinen Cent mehr (Buchpreisbindung!), du unterstützt jedoch meine Arbeit mit ein paar Cents. Danke an den Heyne Verlag und das Team Bloggerportal für das Rezensionsexemplar!

 

Teile diesen Beitrag
  • teilen 
  • merken 
  • E-Mail 

Gepostet unter: Bücher · Schlagwort: Sommer

Schreibe einen Kommentar Antwort abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Willkommen

Über mich
Ich bin Jules. Im analogen Leben eine lebensfrohe Kommunikationswirtin aus der Nähe von Köln. Hier sammle ich die kleinen Alltagsfreuden mit Schwerpunkt auf DIY, Blumen, Kids und Literatur. Ich stelle dir meine eigenen Ideen aber auch immer mal wieder tolle Produkte und Unternehmen vor, um auch kleine Freuden in deinen Alltag zu bringen. Schön, dass du hier stöberst!

Du findest mich auch hier

Suche & Finde

Beliebte Beiträge

Schlagwörter

Advent Alles glänzt so schön neu Alltag Bloghausen Blogjubiläum Dankbarkeitschallenge Design Family Ferien Feste Flower Power Bloggers Fotografie Frühling Garten Geburtstag Gedanken Gernsehen Giveaways Glückspakete zum Wochenende Hamburg Heimat Herbst HOCHzeit Karneval Kindergarten Kinderzimmer Kino Kunst Köln Leben Lecker Merry&Be Nature New York Ostern Reisen Schule Silvester Sommer Sommer-Bucket-List Upcycling Urlaub Weihnachten Winter Wohnen

15 Jahre Blog-Archiv

Da brauchte es gestern und heute diesen guten Moti Da brauchte es gestern und heute diesen guten Motivationssong, Mutmurmeln in der Tasche und ganz viel „Du schaffst das!“ für seinen Neustart.

Und was soll ich sagen? Er kam ganz zufrieden nach Hause. 🥹👌🏻
Auch wenn heute der letzte Tag im August ist, ist Auch wenn heute der letzte Tag im August ist, ist es noch lange nicht Herbst. Ich hoffe doch auf einen schönen Spätsommer und ein paar warme lange Tage… 

Wie ist das bei dir?
Was ein fantastisches interaktives Museum für alle Was ein fantastisches interaktives Museum für alle Sinne: das Paradox Museum! Unser absoluter Ausflugstipp für Hamburg! 

#ausflugstipp #ferienprogramm #Sommerurlaub #museum
Hach Hamburg, du bist und bleibst immer noch eine Hach Hamburg, du bist und bleibst immer noch eine Herzensstadt mit Herzensmenschen. 
Danke für viele b u n t e Stunden zum Urlaubsende, Hamburg, meine Perle.
Wenn du mit den richtigen Menschen den Berg herauf Wenn du mit den richtigen Menschen den Berg herauf tanzt…
@isaplusdrei 

#wanderlust #bergeliebe #wandern #hikingfriends #alpinliebe
Warum wir in die Berge gehen? Ganz einfach! #Mou Warum wir in die Berge gehen? Ganz einfach! 

#Mountainbike #bergliebe #funinthesun #urlaubinösterreich #wanderlust
Endlich einmal in unserem Urlaub im wunderschönen Endlich einmal in unserem Urlaub im wunderschönen Spiele- und Buchcafé @artisan.schladming gewesen. So eine liebevolle Auswahl vor allem an Kinderbüchern, einigen Romanen und besonderen Kochbüchern. Alle Spiele dürfen im café gespielt werden und es gibt fantastisches  Frühstück, Brot, Kuchen und Mittagessen. Das ist auf jeden Fall beim nächsten Urlaub einen längeren Besuch wert. 2 dieser besonders kuratierten Bilderbücher und eine köstliche Stange und Zimtschnecke durften heute mit! 
Absolute Empfehlung! Wir kommen jetzt jedes Jahr wieder. 

#herzensempfehlung #buchcafé #utlaubshighlight #bücherliebe #leseliebe
Warum wir wandern? Darum! #Berge #mountains #fu Warum wir wandern? 
Darum! 

#Berge #mountains #funvideos #bergliebe #dancingtrails

Copyright 2026 · Jules kleine Freuden · DATENSCHUTZ · IMPRESSUM