
(enthält Werbung) Was ein herrliches Frühlingswetter draußen. Da passen die beiden skandinavischen Romane nicht mehr ganz in das tolle Wetter hinein, die ich in den letzten Wochen noch bei wildem Winterwetter gelesen hatte und dir heute vorstellen mag.
Überlebensstrategien

Ohne meinen neuen kleinen Buchclub hätte ich zu diesem Buch wahrscheinlich eher nicht gegriffen, denn für unseren ersten Buchclub Austausch haben wir uns das Thema “Island” ausgesucht. Eine gute Gelegenheit, das schmale Taschenbuch “Überlebensstrategien” der isländischen Autorin Gudrún Eva Mínervudóttir zu lesen. In Island ist die 49-jährige bereits eine bekannte Größe in der Literaturszene der Insel und es gibt bereits auch ein paar ältere deutsche Titel von ihr. “Überlebensstrategien” ist gerade im btb Verlag erschienen und von Anika Wolff übersetzt worden.
Auf nur 224 Seiten (in großem Schriftsatz!) erzählt Gudrún Eva Mínervudóttir von einem kleinen Ort irgendwo in Island. Hier bringt der Zufall vier völlig verschiedene Menschen zusammen. Sie alle fühlen sich einsam: Borghildi, die gerade Witwe geworden ist. Computernerd Árna, der mit Übergewicht, Antriebslosigkeit und seinem Hund zu kämpfen hat. Die junge Hanna, die gerade mit ihrer Familie umgezogen ist und ihre Freundinnen in Reykjavik vermisst. Und Aron Snæ, der elfjährige Sohn einer alleinerziehenden Mutter. Ihre Wege kreuzen sich auf wie ich finde skurrile Weise. Sie beginnen, jeder für sich, dem Leben wieder Vertrauen zu schenken.

Besonders gut hat mir neben dem großen Schriftsatz gefallen, wie die Autorin aus der Sicht der vier ganz unterschiedlichen Charakteren schreibt. Bei jedem Kapitel ist klar erkennbar, wer gerade erzählt. Anfangs verlaufen ihre Leben noch parallel zueinander, doch Stück für Stück nimmer jede*r am Leben des anderen teil und entwickelt seine ureigene Überlebensstrategie. Besonders der kleine Arni ist mir ans Herz gewachsen.
Eine kleine Herausforderung waren für mich die isländischen Namen und einige Stellen fand ich nicht gut übersetzt und habe dort gestockt. Auch fehlte mir ein wenig typisch isländisches Zusammenleben. So hätte, meiner Meinung nach, das Buch auch in jedem anderen Dorf spielen können. Überlebensstrategien ist ein einfühlsamer und philosophisch anmutender Roman über menschliche Verbindungen, Selbstfindung und den Versuch, das Vertrauen ins Leben zurückzugewinnen.

Komm, Mama!

Ganz anders ist “Komm, Mama!”- Der Nr.1-Bestseller aus Finnland und Gewinner des Finlandia-Preises, den ich zu Beginn des Jahres dick eingekuschelt im Schneetreiben zuhause gelesen habe. Ein Roman aus dem Karl Blessing Verlag der finnischen Autorin von
In dem Roman geht es um eine Tochter, die Abschied von ihrer verstorbenen Mutter nimmt. Eine einzige Nacht lang versucht sie, anhand von Fotos, Gegenständen und Erinnerungen deren Leben zu verstehen – und begibt sich dabei auch auf eine erkenntnisreiche, tröstende Reise zu sich selbst. In ihrem Roman führt uns Sirpa Kähkönen vom heutigen Helsinki in die ostfinnische Provinz der 1920er Jahre, ins Zeitalter der Holzhäuser und Dampflokomotiven, beleuchtet die Aufbaujahre der 1970er und kehrt schließlich zurück in die Gegenwart. Und nähert sich immer wieder den Schatten, die seit Generationen über ihrer Familie liegen. Ein sehr persönliches Buch also.
Es hätte für mich nicht unbedingt 300 Seiten gebraucht, um diesen Trauerprozess der Autorin zu beschreiben aber die geschichtliche Einordnung und das Hintergrundwissen zur finnischen Geschichte fand ich super spannend. Ich hatte im letzten Jahr noch “Anna oder: Was von einem Leben bleibt” von Hennig Sussebachs gelesen und fühlte mich ein wenig an diese Geschichte erinnert.

In jedem Fall kann ich beide nordischen Bücher auch jetzt im Frühling sehr empfehlen und fand es sehr spannend, mal in neue Geschichten und Länder einzutauchen.
Happy Vize-Freitag
Deine Jules
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