
(enthält Werbung) Manche Bücher liest man, manche Bücher spürt man.
„Bergjahre“ von der jungen italienischen Autorin Caterina Manfrini gehört für mich zur zweiten Kategorie. In der Übersetzung von Felix Mayer ist dieser wunderbare Roman gerade im Rowohlt Kindler Verlag erschienen und ich stelle ihn dir heute gern vor. Kommt er doch meiner eigenen Bergliebe sehr nah…
Große Bergliebe und eigene Bergjahre

Wer hier schon länger mit liest oder meine Social Media Kanäle verfolgt, weiß, wie groß meine Liebe zu den Bergen ist und dass wir mindestens einmal im Jahr nach Schladming an den Dachstein fahren. Hier ist seit 41 Jahren meine zweite Heimat, mein Ruheort, mein Kraftort. Mittlerweile in 3. Generation!
Und hier lese ich dann auch nur Bücher, die in den Bergen spielen. Umso mehr habe ich mich gefreut, dass genau am Tag unserer Abreise in die Berge noch der Debütroman “Bergjahre” zum Erscheinungstermin im Briefkasten lag und ich ihn noch schnell ins Auto packen konnte.

Denn so richtig intensiv liest man dieses Buch dann auch in dieser Bergkulisse oder? Es spielt 1919 in Rovereto.
Zwischen den Gipfeln des Trentino erzählt die Autorin Caterina Manfrini von Verlust, Neuanfang und der stillen Kraft der Natur. Während die Protagonistin Adalina nach den Schrecken des ersten Weltkriegs versucht, ihren Platz im Leben wiederzufinden, sind es vor allem die Berge, die ihr Halt geben.
“Während ihr Bruder Emiliano noch verschollen ist, kehrt Adalina auf ihren más zurück, den Hof, der seit Generationen ihrer Familie gehört. Der Krieg hat nicht nur die Grenzen und Sprachen verschoben, auch sie selbst hat sich verändert. Doch die vertraute Natur ihrer Kindheit, der Bach, an dem sie aufgewachsen ist, und der Schutz der Berge, die trotz allem noch immer an Ort und Stelle stehen, geben ihr Kraft. Sie verkauft Kaninchen und selbst gepflückte Kräuter auf dem Markt, und bald geht das Leben wieder seinen gewohnten Gang. Dann taucht ein Fremder auf, offenbar ein Tiroler Deserteur. Der schweigsame Mann hilft Adalina auf den Feldern, und nach einigen Wochen entstehen zarte Bande zwischen den beiden. Bis auch Emiliano nach Hause zurückkehrt und dem fremden Mann an der Seite seiner Schwester mit Misstrauen begegnet. Und tatsächlich ist Stefan nicht der, der er zu sein scheint …” (Quelle)
Genau das hat mich berührt: Diese Gewissheit, dass die Berge bleiben, wenn sich alles andere verändert.
Die Autorin Caterina Manfrini wurde 1996 in Rovereto geboren. Sie studierte Ethnologie in Dänemark und Bologna. Ihre Leidenschaft für Geschichten führte sie nach London, wo sie einen Master-Abschluss in Kreativem Schreiben machte. “Bergjahre” ist ihr Debütroman für Erwachsene.
Beim Lesen hatte ich immer wieder das Gefühl, selbst auf einem schmalen Bergpfad unterwegs zu sein, den Duft von Kräutern in der Nase und das beruhigende Wissen, dass hinter der nächsten Kurve neue Hoffnung wartet. Für mich ist “Bergjahre” deshalb weit mehr als ein Roman. Es ist eine Erinnerung daran, warum ich die Berge so liebe: Weil sie uns Demut lehren, Trost spenden und uns zeigen, wie viel Kraft in der Stille steckt.

Das 240-Seiten-starke Buch ist eine stille, tief berührende Liebeserklärung an die Berge und an die Kraft, nach schweren Zeiten wieder Wurzeln zu schlagen. Die Berge sind dabei weit mehr als eine Landschaft: Sie werden zu einem Ort der Erinnerung, der Hoffnung und des Trostes. Ein Roman voller Naturverbundenheit, leiser Gefühle und der Erkenntnis, dass manche Orte uns auffangen können, wenn die Welt aus den Fugen gerät. Für alle, die in den Bergen nicht nur Höhe, sondern auch Heimat finden. Genauso wie bei mir…

Beim Lesen musste ich an meine eigenen Bergmomente gerade am Tag denken. Nach einem langen Aufstieg saß ich einmal völlig erschöpft auf einem Gipfel, umgeben von nichts als Wind, Felsen und Weite. In diesem Augenblick war plötzlich alles ganz einfach. Keine To-do-Liste, keine Termine, kein Lärm. Nur das Hier und Jetzt. Genau dieses Gefühl hat das Buch in mir wieder wachgerufen.
Vielleicht liebe ich die Berge deshalb so sehr. Sie schenken Perspektive, wenn Gedanken kreisen, und Ruhe, wenn das Leben laut wird. Caterina Manfrinis Roman erinnert daran, dass wir manchmal gar nicht weit suchen müssen, um wieder bei uns selbst anzukommen. Manchmal reicht ein Blick ins Tal, ein schmaler Pfad durch die Almwiesen oder die Gewissheit, dass hinter der nächsten Kurve ein neuer Anfang warten könnte. Beim Lesen habe ich wieder gespürt, warum mich die Berge so sehr berühren. Sie verlangen nichts, drängen sich nicht auf und schenken doch genau das, was wir manchmal am dringendsten brauchen: Ruhe, Weite und das Gefühl, angekommen zu sein.
Deshalb wie auf dem folgenden Bild:
Mountain L O V E

Hast du auch so einen Kraftort? Oder fühlst du dich in den Bergen auch besonders wohl? Erzähl mal!
Viele sommerliche Grüße – im Herzen noch immer aus den Bergen
Deine Jules
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